Zur Geschichte des Vereins L.i.S.a. e.V.
Vorgeschichte
Der Verein L.i.S.a. e.V. hat sich im Februar in Stralsund als reiner FrauenLesbenVerein selbständig gegründet, da wir uns davon versprachen, dass es auf diese Art endlich gelingen könnte, auch Lesben in Stralsund zu aktivieren, sich für ihre Rechte einzusetzen, mit dem Ziel stärkerer öffentlicher Präsenz und Entwicklung von mehr Toleranz und Offenheit für diese Lebensweise.
Nach ersten Aufrufen, Anzeigen und Zeitungsartikeln haben wir inzwischen ca. 20 interessierte Frauen zusammen, davon sind gut die Hälfte unter 27. Wir haben einen eigenen gemeinnützigen Verein gegründet und mit zusammengeschmissenen Geld und den ersten Vereinsbeiträgen einen kleinen Laden angemietet. Wir haben einen regelmäßigen wöchentlichen Treffpunkt etabliert, zu dem jederzeit Interessierte kommen können.
ProblemsituationDie zu uns gestoßenen Frauen berichten überwiegend über ähnliche Probleme: Isolation und Gefühle von Ausgeschlossensein aus der heterosexuellen Regelgesellschaft wird von den Jüngeren als Hauptproblem angesprochen, mit der damit verbundenen Unmöglichkeit geeignete Partnerinnen zu finden, vom jahrelangen Zwang zur Verheimlichung ihrer Neigung und Lebensweise am Arbeitsplatz und in der Öffentlichkeit, mit der entsprechenden gefühlsvergiftenden Wirkung auf Beziehungen, Seelen- und Familienleben berichten die Älteren.
Während für homosexuelle Männer eine inzwischen schon leidlich ausgebaute Subkultur existiert, sind Frauen oft frühzeitig Ehen eingegangen, haben Kinder, leben getrennt und alleinerziehend und gehören damit zu den ärmsten der hier sich neu ausgebildeten gesellschaftlichen Schichten. Jüngere Frauen, die zu uns kommen, stehen in oft völlig allein in unsicheren Schul- und Ausbildungsverhältnissen, ältere Frauen, die zu uns kommen sind mehrheitlich Hartz IV- Empfängerinnen.
Wir wollen Aktivitäten und Projekte entwickeln, mit denen die Frauen dieser Zielgruppe, aber auch andere Frauen, die Interesse haben, wieder mehr Selbstwert entwickeln, mehr Mut zum Leben bekommen, sich wieder frei und gleichberechtigt in der Gesellschaft bewegen können, es sollen Kompetenzen gestärkt werden, die sie befähigen, sich selbstbewusst, sowohl sozial und gesamtgesellschaftlich, als auch persönlich vielleicht noch mal neu zu orientieren und dadurch besser im Leben zurecht zufinden und gleichzeitig Aktivitäten gemeinsam entwickelt und durchgeführt zu haben, die zu mehr Akzeptanz und Toleranz andersartiger Lebensweisen führen.
Schon umgesetzte Vorhaben:1. Gemeinsames wöchentliches Treffen für Neueinsteigerinnen, zum Besprechen weiterer Vorhaben und Aktivitäten / immer Dienstags 17.30 Uhr
Weitere Vorhaben / noch in Planung
2. Gemeinsam Kochen und Essen / Kochgruppe 14 –tägig Dienstags 16 Uhr
3. Bildhauern mit Ytong und Speckstein / wöchentlich mit Schulferienpause /Mittwochs
4. Aufbau einer Bibliothek mit Frauenemanzipations- und Lesbenliteratur
5. Verschiedene Fahrten zum CSD Berlin und Rostock, zum LFT
6. Regelmäßige Mitarbeit im schwullesbischen Landesverband gaymeinsam e.V. in Schwerin, Frauenrat MV, Frauenpolitischer Ratschlag Stralsund
7. Fortbildung zur Telefonberaterin / wöchentlich / neu über VHS
8. Projekt Sommer-2007 „Ausstellung Lesbische Lebenswelten“ mit Begleitprogramm, Vortrags- und Filmreihe9. Kinderbuch: „Etwas ganz Besonderes“
10. Tages Info-Veranstaltungen über gleichgeschlechtliche Lebensweisen in Schulen
11. Angeleitete Coming-Out-Gruppen für Mädchen ab 12 Jahren
12. FrauenKrisenTelefon / offen für alle Frauen
13. Kreativkurse (Seidenmalen, Graphik, kreatives Schreiben etc.)
14. Sprachkurs / Spanisch, Englisch nach Liedertexten und Gedichten
15. Jährliche Frauen/Lesben-Filmreihen